Eine erfahrene Mutter entschied sich nach der Niederkunft ihres dritten Kindes ein Jahr Elternzeit zu nehmen um dann wieder in den Beruf zurückzukehren.

Soweit so gut.

Nun entwickelte sich dieses Kind als sogenanntes „Schreikind“.

Dadurch kam es zu Problemen in der Mutterkindbindung und auch die Psyche der Mutter wurde entsprechend angegriffen vom täglichen, bis zu 20 Stunden währendem Schreien.

Auch die Familie litt darunter. Um etwas mehr Zeit zu haben, entschied sie sich zum Ablauf der Elternzeit diese um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Leider zu spät.

Denn im § 16 BEEG steht recht versteckt, dass solche Wünsche 7 Wochen vor Ablauf beantragt werden müssen.

Diese Frist steht aber weder in der Rechtsbelehrung des Antrages noch ist sie auch nur einem Arbeitsberater bekannt.

Da der Arbeitgeber, übrigens Arzt, die Mutter sowieso los werden wollte, Mütter mit drei Kindern haben seiner Meinung nach schließlich hohe Ausfallzeiten und sind unproduktiv, nutzte die Gelegenheit.

Er lehnte die Verlängerung ab, und reagierte zunächst mit einem inakzeptablen Auflösungsvertrag und anschließend mit einer fristlosen Kündigung.

Es kam wie es kommen musste, das ganze ging zum Arbeitsgericht.

Dort warf man der Mutter vor, sich nicht an die 7 Wochen Frist gehalten zu haben.

Dass diese lediglich im Gesetzblatt und wo nirgends anders zu finden ist und selbst diverse Berater beim Arbeitsamt davon nichts wissen, lies die Beteiligten kalt.

Auch die besondere psychische Belastung, wohlgemerkt Attestiert, sieht das Gesetz nicht als Härtefall.

Die fristlose wurde in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt, aber, es ist ja gerade Ferienzeit, auf einen späteren Termin datiert anstatt rückwirkend zu datieren.

Bei der Verhandlung versuchte der Arzt auch sofort die Arbeitszeiten der Teilzeitkraft, ohne weitere Absprachen zu diktieren.

Wenn man das Verhalten des Arztes sowie die Verhandlung erlebt hat stellt man sich schon einige Fragen:

In was für einem Land und in welcher Gesellschaft leben wir? Ein Arzt hat kein Verständnis für medizinische Probleme seiner Mitarbeiter.

Ein Gericht erkennt aus der Vorgeschichte, die dem Richter ja vorliegt und bei der Verhandlung zur Sprache kommt nicht die Absichten des Arbeitgebers und entscheidet ungeachtet des persönlichen Eindruckes und der besonderen Umstände die leider vom Gesetz in der Tat nicht gut definiert sind stur nach den Buchstaben im Gesetzbuch, obwohl hier der oberste Grundsatz Justizias anzuwenden wäre:

Mensch bleiben!

Man ist verlockt zu sagen: Armes Deutschland